Teammanagerbericht: 1. SC Göttingen 05

15.07.2014

05 überrascht Fußballexperten

Testspiel: Oberligist Göttingen 05 besiegt Regionalliga-Team vom KSV Baunatal mit 5:3 (1:2)

Erstaunliches haben die etwa 100 Zuschauer am Dienstag im Göttinger Maschpark erlebt. Der nach den Abgängen wichtiger Stammspieler im Leistungspotenzial nicht hochgeschätzte 1. SC Göttingen 05 hat mit seinem neuen, jungen Team nach einem 1:3-Rückstand gegen den Hessischen Regionalligsten KSV Baunatal das Spiel mit einer begeisternden Energieleistung gedreht und am Ende verdient mit 5:3 gewonnen. Eine solche Leistung haben dem Team nur wenige Fußballkenner zugetraut. Und da Zufriedenheit die Differenz zwischen Erwartung und Wahrnehmung ist, waren fast alle Zuschauer aus dem Göttinger Lager verzückt.

Der Gast aus Baunatal zeigte in der ersten Halbzeit die deutlich bessere Spielanlage und diktierte das Spiel. Der von Najeh Braham trainierte Gastgeber stand tief und sicher, versuchte mit schnellen Kontern Gefahr zu erzeugen. Das gelang. In der 15. Spielminute unterschätzte die Regionalliga-Abwehr einen langen Ball und der ehemalige A-Jugendliche Lamine Diop war vor Torwart Sippel am Ball, um diesen technisch gekonnt über den Torwart zum 1:0 zu heben. Der 1. SC 05 bot in dieser Partie erneut zwei Gastspieler auf. Vom Hessischen SV Nordshausen, der alten Heimat von 05-Trainer Najeh Braham, versuchte der Mazedonier Husein Huseini sein Glück im Test. Außerdem wurde der Kameruner Cedric Otele von Hajduk Split getestet. Beide gaben sich Mühe und fielen nicht ab, waren aber auch keine dominanten Größen im Spiel der Göttinger. Beide spielten auf der Doppel-Sechs im 4:2:3:1-System von Braham. In der 29. Minute sorgte der Baunataler Spielertrainer Tobias Nebe mit einem Sonntagsschuss in den Winkel für den Ausgleich. Nebe spielte übrigens in den 90er Jahren als 17-Jähriger für die SVG Göttingen und bestritt mehr als 30 Oberliga-Spiele, damals noch die dritte Liga im Spielbetrieb des DFB. Kurz vor der Pause sorgte Manuel Pforr für die 1:2-Gästeführung. Nach großem Kampf der Göttinger Defensive schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen. Damit ging es in die Pause.
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel erzielte Nico Schrader mit einem Schuss aus 18 Metern gar die 1:3-Führung für den Regionalligisten. Doch jetzt begann sich Göttingen 05, angetrieben vom lautstark coachenden Braham, zu wehren. Zeitweise gerieten der 05-Trainer und der als Grimme-Assistent fungierende Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss-Vorsitzende Christian Rahlfs verbal gehörig aneinander, sehr zum Amüsement der Zuschauer. Doch am Ende der Partie, das sei verraten, vertrugen sich beide wieder. Der 2:3-Anschlusstreffer der Göttinger gelang in der 71. Minute dem ehemaligen A-Jugendlichen Alexander Ludwig per Kopf nach einer Freistoßflanke vom eingewechselten Daniel Washausen. Das war der Auftakt zu einer grandiosen Schlussphase. In der 76. Minute hämmert Lamine Diop nach Vorarbeit von Mazlum Dogan den Ball aus 14 Metern in die Maschen des Baunataler Tores. Nur zwei Minuten später wurde Alexander Ludwig vom Baunataler Torwart gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Neuzugang Florian Steinhauer sicher zur Führung der Schwarz-Gelben. Jetzt erwachte Baunatal, das natürlich nicht verlieren wollte. Ein Kopfball in der 80. Minute ging an die Latte und dann gelang Tristan Watson in der 86. das Kunststück, den Ball aus zwei Metern vor dem Tor über den Kasten zu schießen. Das sollte sich rächen. In der Nachspielzeit konnte der eingewechselte Marco Akcay, ebenfalls aus der A-Jugend in den Kader des Oberligisten gerückt, mit einem Traumtor aus 17 Metern das 5:3 und damit den Endstand dieser denkwürdigen Partie erzielen. Zum Schluss gab es für das Team stehenden Applaus von den bezauberten 05-Anhängern. Diese Leistung macht Mut und schafft Selbstvertrauen.


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