19.12.2017

Eisen ist dem Fußball treu geblieben

Der ehemalige Elliehäuser Bezirksliga-Spieler Carsten Ilse coacht heute den Nachwuchs in Rosdorf

Carsten Ilse (li.) in London

Es ist immer wieder erfreulich, wenn überdurchschnittlich talentierte Fußballspieler auch nach ihrer aktiven Karriere ihrem Lieblingssport treu bleiben und ihre Erfahrungen an die jungen Kicker weitergeben. Einer dieser ehrenamtlich tätigen Jugendtrainer, ohne die im Fußball überhaupt nichts laufen würde, ist Carsten Ilse. Einst sorgte der heute 38-Jährige mit dem SV GW Elliehausen als knallharter Verteidiger in der Bezirksklasse für Schlagzeilen, heute ist der seit 2004 selbstständige und deutschlandweit tätige, zertifizierte Ärzte- und Zahnarzt-Berater als Jugend-Trainer seines Sohnes beim JFV Rosdorf aktiv. Gökick stellt den Anhänger des 1. FC Köln seiner Leserschaft näher vor.

Mit sechs Jahren begann Carsten in seiner Geburtsstadt Dransfeld mit dem Fußballspielen. Sein Vater selbst spielte einst für den Dransfelder SC und für den 1. SC Göttingen 05. Bis zur B-Jugend war er dem Verein aus dem Westen der Region treu. Dann wechselte Carsten zum SCW Göttingen, wo er die beiden B-Jugend-Jahrgänge mit großem Erfolg erlebte. Im zweiten Jahr in der Bezirksliga wurde das Team ungeschlagener Staffelsieger. Als A-Jugendlicher musste er wieder zurück in den Kreisfußball. Mit seinen Alterskameraden Basti Schütte, Alex Bach und – tatsächlich auch – Jan Steiger wurde das Weender Team Tripple-Sieger mit dem Gewinn des Kreismeistertitels auf dem Feld, dem Pokalsieg und dem Triumph bei den Hallen-Kreismeisterschaften. Im zweiten Jahr in der Bezirksliga setzte sich der Erfolg fort, auch dort wurde das Team Staffelsieger.

Schon als A-Jugendlicher wurde Carsten mehrfach in den Kader der ersten Herren-Mannschaft eingeladen, die damals mit Spielern wie Marcus Fahlbusch, Dimitrios Avdoulidis, Heiko Bause, Lutz Wegener, Matthias Knauf und Muhidin „Aco“ Pelesic in der Niedersachsenliga, der heutigen Oberliga, spielte. Als er in der darauffolgenden Saison in den Seniorenbereich rückte, absolvierte er dort unter Thomas Helmich auch noch die Sommervorbereitung, spielte dann allerdings in der zweiten Mannschaft in der Kreisliga. Als er dann zum Grundwehrdienst berufen wurde, ging er – quasi als Übergangsjahr – zurück zu seinem Dransfelder SC.

Doch schon ein Jahr später holte ihn Rainer Nickel zum Bezirksklassisten SG GW Elliehausen. Dort lief es im ersten Jahr hervorragend. Mit Spielern wie Alex Bach, Sebastian Gute und Marcus Fahlbusch scheiterte das gelb-weiße Team nur knapp am Aufstieg. Damals entstand auch Carstens Spitzname, den er bis heute trägt: Rainer Nickel stellte den Stürmer in der Abwehr auf. Da Schnelligkeit und Zweikampfführung ohnehin zu den Stärken Carstens gehörten, klappte die Umstellung gut und er bleibt dort kleben. Da er die Position in der Defensive recht kompromisslos interpretierte – er wusste ja, wie ein Stürmer tickt – wurde er nach einem Spiel „Elliehäuser Eisenfuß“ getauft. Daraus wurde dann später die Kurzform „Eisen“, wie er von den meisten Elliehäusern noch heute gerufen wird. Im dritten Jahr in Elliehausen folgte dann, nach ungewöhnlichen Ergebnissen der Eichsfeld-Teams untereinander, 2004 der Abstieg in die Kreisliga. Carsten blieb und wurde unter Trainer Günther Friedrichs zum Kapitän des Kreisligisten.

Insgesamt trug er sechs Jahre das Trikot von Gelb-Weiß, bevor ihn sein Sandkasten-Freund Tobi Plähn 2007 zum TSV Klein Lenden lotste. Die Entscheidung für den Wechsel fiel auch deswegen, weil Carsten beim TSV die Möglichkeit hatte, mit seinem besten Kumpel Sascha „Bodo“ Bordiehn, der ebenfalls zu dieser Saison zum TSV wechselte, das erste Mal seit der Jugend wieder in einer Mannschaft zu spielen. Damals galt der Kreisligist unter Trainer Matthias Knauf als Aufstiegsfavorit. Leider verhinderte das Verletzungspech den durchaus möglichen Erfolg – am Ende der Saison wurde der TSV Dritter. Sein ehemaliger Verein GW Elliehausen hingegen stieg auf. Doch in diesem Jahr gelang Klein Lengden ein fast schon legendär gewordener Kreispokal-Sieg. Außergewöhnlich vor allem deshalb, weil das Team zum Finale gegen Hertha Hilkerode direkt von der Saison-Abschlussfahrt aus dem sauerländischen Willingen anreiste. Dort war die Mannschaft praktisch vom Tresen weg am Sonntag-Morgen 8:00 Uhr mit dem Zug abgefahren. Trotz der nicht gerade als optimal zu bezeichnenden Vorbereitung siegte das Knauf-Team im Elfmeterschießen, nachdem es in der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte. 2008 musste Carsten nach einem Kreuzbandriss eine einjährige Pause einlegen, blieb aber trotz des späteren Abstiegs in die 1. Kreisklasse wegen des familiären Umfeldes in Klein Lengden. 2011 musste er nochmals am Meniskus operiert werden. Das Ende seiner Zeit beim TSV entsprang dann allerdings einer großne Enttäuschung über die Einstellung einiger seiner Team-Kameraden: Unter anderem hatte einer seiner Mitspieler am Morgen eines Wettkampftages seine Absage zum Spiel damit begründet, dass er seine Freundin nach Göttingen zum Bahnhof fahren müsse. Da platzte dem fußballverrückten Familienvater Carsten die Hutschnur. 


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