Bayern scheidet aus dem Pokal aus: Bayern-Dusel durchbrochen?

26. Januar 2021, 18:08 Uhr

Nachdem sich das Team des FC Bayern München bereits acht Jahre in Folge bei der ersten Bundesliga als Meister behaupten konnte, gab es an diesem Mittwochabend eine traurige Bilanz für die Münchner. Das Team Holstein Kiel konnte den deutschen Meister beim Elfmeterschießen besiegen und kickte den Verein damit aus dem Rennen um den Pokal. Es ist bereits über 20 Jahre her, dass die Bayern bereits in der zweiten Runden ausgeschieden sind, außerdem 17 Jahre, seitdem die Mannschaft von einem klassentieferen Verein aus dem Rennen geworden wurde. Die Überraschung im Verein ist natürlich groß, auch unter den Fans ist man enttäuscht. Ist damit das Gerücht um den Bayern-Dusel endgültig gebrochen?

Bayern-Dusel: Was ist das?

Wer bisher noch nichts vom sogenannten „Bayern-Dusel“ gehört hat, ist womöglich noch keinem trotzigen Fan einer Gegenmannschaft begegnet. Dieser Begriff bezeichnet nämlich ein besonderes Phänomen, das dem bayerischen Team seit Jahrzehnten nachgesagt wird. So sollen die Bayern viele ihrer Siege nur durch einen glücklichen Zufall errungen haben. Unter dem Begriff „Bayern-Bonus“ wurde außerdem beanstandet, dass Schiedsrichter angeblich zu oft im Sinne der Bayern entschieden haben, selbst wenn diese Entscheidung nicht fair war. Zwar galt der Bayern-Dusel immer nur als Gerücht und wurde auf professioneller Ebene nicht ernst genommen, ein bisschen dürfte der anhaltende Vorwurf allerdings schon am Ego der Mannschaft und seiner Fans gekratzt haben. 

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Der Erfolg des FC Bayern München

Kein Team in der Bundesliga konnte solche Erfolge verzeichnen, wie der FC Bayern München. In den letzten acht Saisons gewann das Team jedes Mal den Pokal, seit Anbeginn der Bundesliga insgesamt sogar 29-mal. Derzeit wird die 58. Spielzeit durchgeführt, was bedeutet, dass die Münchner derzeit mehr als die Hälfte aller Saisons für sich entscheiden konnten. Die derzeitige Spielzeit wird allerdings nicht an das bayerische Team gehen, eine Tatsache, die sowohl Fans als auch Spieler extrem schockiert hat. Zuvor hatte die Mannschaft noch brilliert und das Auftaktspiel gegen den FC Schalke 06 mit 8:0 für sich entscheiden können. Auch in den deutschen Online Sportwetten stand das Team bis vor wenigen Tagen noch an der Spitze für den Gesamtsieg. Die guten Quoten gibt es jetzt natürlich nicht mehr, denn für die Bayern ist die Chance auf den Pokal jetzt verspielt. Nun kann man in den nachfolgenden Spielen nur noch Schadensbegrenzung vornehmen und versuchen, eine möglichst gute Platzierung zu erlangen.

Der Bayern-Dusel und die Torlinientechnik

Wer sich die Spielstatistik des (derzeit noch) deutschen Meisters einmal genauer ansieht, versteht vielleicht, warum einige Fans der Überzeugung sind, dass es bei einem solchen Erfolg nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Bis 2015 lehnten die Veranstalter der Bundesliga moderne Torlinientechniken ab, mit denen es leichter gewesen wäre, die Entscheidungen des Schiedsrichters nachzuprüfen. Seit 2015 wird allerdings auf die Technologie von Hawkeye gesetzt. Diese Torlinientechnik besteht aus sechs bis acht Highspeedkameras, die um jedes der beiden Tore platziert werden. Die Kameras können millimetergenau feststellen, wann der Ball die Torlinie übertreten hat und den Schiedsrichter über eine Armbanduhr informieren. Dazu können die Bilder im Zweifelsfall auch gesichtet werden. Mit der neuen Technologie wurde die Theorie um den Bayern-Dusel also noch unwahrscheinlicher – besonders da das Team seit 2015 jede Saison für sich entscheiden konnte. Ob die gegnerischen Fans durch die Niederlage am Mittwochabend wohl endlich mit dem Gerücht abschließen werden, bleibt fraglich. Für viele gehört der Bayern-Dusel einfach schon zum Spiel dazu, schließlich soll der deutsche Meister auch ein bisschen Kritik vertragen können.


Dass die Bayern am Mittwoch aus dem Rennen um den begehrten Pokal der ersten Bundesliga geflogen sind, hat wohl nur bedingt mit Glück oder Pech zu tun. Die gegnerischen Teams haben in den letzten Jahren hart an ihren Fähigkeiten gearbeitet und sind immer mehr zu einer echten Konkurrenz geworden. Dazu waren es die Bayern nach acht gewonnenen Saisons bereits gewöhnt, absolut unschlagbar zu sein, und wurden dadurch vielleicht auch ein wenig unvorsichtig. Was die genauen Gründe hinter dem Debakel gegen Holstein Kiel wirklich waren, werden wir wohl nie erfahren, denn auch der Verein scheint derzeit ratlos zu sein. Gleichzeitig plant man bereits das Comeback in der nächsten Saison und versucht die letzten Spiele noch gut über die Bühne zu bringen. Und sind wir einmal ganz ehrlich: Ein wenig Konkurrenz kann dem FC Bayern München eigentlich nicht schaden, oder?

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